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  • Sabine von meinKraut

"Gewöhnlicher" Löwenzahn - Den Beinamen hat er sich nun wirklich nicht verdient

Aktualisiert: Apr 27


Taraxacum officinale = der „gewöhnliche Löwenzahn“ wird leider viel zu oft unterschätzt. Er ist nicht nur eine großartige Heilpflanze in der Naturheilkunde sondern auch ein sehr wertvolles Wildgemüse, welches so oft wie möglich in unseren Speiseplan integriert werden sollte. Sowohl in der Naturheilkunde als auch in der Küche kann man ihn sehr vielseitig einsetzen.


Warum ist Löwenzahn so wertvoll für uns?


Vor allem wegen seiner enthaltenen Bitterstoffe. Aufgrund dieser hat er auch seinen Geschmack. Bitterstoffe sind sehr wichtig für unser gesamtes Verdauungssystem. Sobald wir in unserem Mund bitter schmecken, werden alle beteiligten Verdauungsorgane angeregt ihre Verdauungssäfte zu produzieren und wir können besser und effizienter verdauen. Bitterstoffe haben aber auch über den Verdauungstrakt hinausgehend allgemein anregende und tonisierenden Wirkung auf den Körper, die in der Naturheilkunde gerne zur Stärkung des Organismus eingesetzt werden.


Tipp für die Praxis: bewusst bitter schmecken!


Nimm ein gezacktes grünes Löwenzahnblatt in den Mund und kaue es. Es wird für dich noch gewöhnungsbedürftig sein, wenn du das erste Mal seit langem wieder mal natürlich bitter schmeckst. Doch du wirst auch sofort bemerken, wie schnell es beginnt, dass alles ins Fließen kommt - deine Verdauungssäfte werden produziert und dir läuft das Wasser im Mund zusammen. So geschieht es in all deinen Verdauungsorganen. Kurz darauf kannst du schon die angenehmen Wärme im Magen spüren. Bitter macht warm – sehr wohltuend im Winter, für ältere Menschen oder ewig Frierende! Manche verspüren die tonisierenden Eigenschaften oder Bitterstoffe sofort: Sie werden wach, oder sie bekommen auf der Kopfhaut eine Gänsehaut.


Verwende Löwenzahn deshalb so oft du kannst ganz frisch in deiner Küche vor allem jetzt im Frühling. Frisch im Salat, im Smoothie oder mach dir einen Tee aus den frischen Blätter. In der Tonisierung auf jeden Fall so kräftig wie ein kleiner Espresso!

4 Blätter gezackte grüne Löwenzahnblätter mit 250 ml kochenden Wasser aufgießen, zugedeckt ca. 10 Minuten ziehen lassen und fertig ist dein Powershoot für zwischendurch.


In den Blüten des Löwenzahns sind vor allem Flavonoide enthalten. Das ist auch der Grund für seine herrlich gelbe Blütenfarbe. Diese Pflanzenfarbstoffe haben eine antioxidative Wirkung auf unseren Körper d.h. sie schützen unsere menschlichen Zellen vor freien Radikalen (= Schadstoffen, Umweltgifte, Nikotin, etc.). Je besser unsere Zellen von Antioxidantien geschützt werden, desto besser sind vor Krankheiten geschützt.


Löwenzahnblütensalz



Eine einfache Möglichkeit die Flavonoide haltbar zu machen ist durch Salz. Ein Salz von Löwenzahnblüten kannst du ganz leicht immer wieder zum Würzen in der Küche verwenden.


Zutaten:

  • 1 Hand voll Löwenzahnblütenköpfe

  • 1 Hand voll Salz

Ich nehme am liebsten Bergkernsalz. Dieses Salz trägt für mich noch seine wilde Ur-Energie und reine Ur-Kraft in sich und ist von heimischen österreichischen Produzenten erhältlich).



So geht’s:

  1. Zungenblütenblätter vom Blütenkopf zupfen und gemeinsam mit dem Salz in einem Mörser kräftig mörsern. Wer es schneller mag, kann auch einen hochleistungsstarken elektronischen Mixer mit scharfen Messer verwenden. Nach kurzer Zeit kannst du schon die schöne gelbe Farbe deines Löwenzahnsalzes erkennen.

  2. Danach leerst du das Salz auf ein Backpapier und lässt es zugedeckt (!) 3 – 4 Tage trocknen. Du wirst erkennen, dass sich Salzklümpchen beim Trocknen bilden. Diese kannst du nach dem Trocknen wieder feiner mörsern oder erneut mixen. Bitte lass' das Salz zugedeckt trocknen, da sonst der schöne gelbe Farbstoff verloren geht.

  3. Zuletzt in einem Schraubglas oder Gewürzmühle füllen und eifrig damit Würzen.




Auf diese Art und Weise kannst du jedes Kräutersalz herstellen. Ich habe noch zusätzlich eines mit frischem Bärlauch gemacht. Schau dir mal die Farben an!




Und vor allem das Aroma wird dich überzeugen. Das gelbe Löwenzahnsalz riecht wie eine sonnige Frühlingswiese und das kräftige Bärlauchsalz wie ein Spaziergang im frischen Frühlingswald!





Löwenzahnsirup


Eine tolle und simple Möglichkeit den Löwenzahngeschmack noch einzufangen ist mit Löwenzahnsirup. Schmeckt eisgekühlt herrlich erfrischend!



Zutaten:

  • 2 - 3 Handvoll Löwenzahnblüten (die reinen gelben Zungenblütenblätter)

  • 700 g Rübenzucker

  • 1 l Wasser

  • 1 kleine unbehandelte Zitrone



So geht’s:

  1. Die gesammelten gelben Löwenzahnblüten (Achtung: bitte nicht an Straßenrändern sammeln, zu belastet!) auf einem Geschirrtuch ausbreiten und warten ob sich noch kleine Käfer eilig auf und davon machen. Die wollen wir ja nicht unbedingt haltbar machen.

  2. Wenn du magst dann wasch nun vorsichtig die Blütenköpfe. Man kann sie aber auch direkt verwenden. Nun die Zungenblütenblätter von dem unteren grünen Teil zupfen und in einen Topf geben. Mit dem Wasser übergießen und vorsichtig zum Kochen bringen.

  3. Abkühlen lassen über Nacht durchziehen lassen.

  4. Am nächsten Morgen durch ein Mulltuch abseihen und gut ausdrücken.

  5. Jetzt den Zucker, die abgeriebene Schale und den Saft der halben Zitrone zugeben und die Mischung unter Rühren langsam zum Kochen bringen.

  6. Kurz aufkochen und die Flüssigkeit einkochen bis der Sirup nicht mehr zu flüssig ist und die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Achtung, das Ganze ist jetzt sehr heiß. Daher unbedingt abkühlen lassen und dann in sterilisierten (ausgekochten und keimfreien) Flaschen abfüllen.

  7. Der Sirup ist bei kühler und trockener Lagerung 1 Jahr lang haltbar.


Der Löwenzahnsirup schmeckt mit Wasser gespritzt als erfrischende Limonade genau so gut wie auch direkt am Butterbrot. Oder du kannst ihn auch pur löffelweise bei Husten einsetzen!


So vielfältig ist Löwenzahn!


Probier' seine Bitterstoffe und lass dich von deren Wirkung überraschen,


Sabine von meinKraut







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