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  • Sabine Metzker

Her mit dem Glück, weg mit den bösen Geistern!

Aktualisiert: Jan 19










PFLANZEN für’s GLÜCK


Das historisch bewegende Jahr 2020 ist auf der Zielgeraden und der Countdown für das Neue Jahr läuft.


Welchem Kraut glücksbringende Kräfte nachgesagt werden und welche Legenden man sich darüber erzählt, erfährst du hier:


Die bekannteste GLÜCKspflanze ist wohl der GLÜCKSKLEE -

aber Achtung: nur ECHT mit VIER Blättern!

Viele Legenden werden über den wahren Ursprung des vierblättrigen Kleeblatts als Glücksbringer erzählt, zumindest ist die Geschichte des seltenen Pflänzchen selbst mehr als 2.200 Jahre alt.


Schon zur Zeit der Druiden und Kelten, noch kurz vor der christlichen Zeitrechnung, galt vierblättriger Klee als Schutz vor dem Bösen. Die 4 Blätter symbolisierten auch die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente – Feuer, Erde, Wasser und Luft – im Christentum das Kreuz Christi und die 4 Evangelien.


Eva soll ein vierblättriges Kleeblatt als Andenken aus dem Paradies mitgenommen haben – daher heißt es, dass jemand, der vierblättrigen Klee besitzt, ein Stück vom Paradies besitzt. Aus dieser Überlieferung geht vermutlich der Glaube hervor, dass ein vierblättriges Kleeblatt sowohl zu Glück als auch zu Reichtum führt.

Andererseits hat die Zahl vier im europäischen Raum auch auf verschiedene Weisen eine besondere Symbolkraft. Sie steht für die Vollkommenheit.


Eine andere Legende erzählt von Menschen, die durch den Fund von vierblättrigem Klee die Abfahrt eines Schiffes verpassten und so einem Untergang entkamen.


Oder: Wer wunderschöne Träume haben will, legt vierblättrigen Klee unter sein Kopfkissen.


Und: Wer in der Wiese vierblättrigen Klee findet, darf einen Wunsch äußern, der in Erfüllung geht.


Wichtiger GLÜCKS-Hinweis:

Wenn die Blätter des gefundenen Kleeblattes noch hell sind,

dann hat man das Glück schon bekommen,

sind sie noch dunkel,

dann steht dem Finder das Glück noch bevor.


Fliegenpilz – der ROTE Glückspilz

Kulturhistorisch gibt es viele Überlieferungen zu den roten Pilzen, die eigentlich fast immer in einem Rausch enden. Ich nehme an, dass der Zustand des Rauschs an sich eben als Glück genügte, weil dem Entspannungszustand oft Erkenntnisse folgten.


Die altnordische Sage über den Fliegenpilz besagt, dass sich die Kämpfer germanischer Stämme am Gift der Pilze berauschten, um in den Kämpfen und Feldzügen unerschrocken zu sein und keine Schmerzen mehr zu spüren. Laut Überlieferung soll Wotan, Gott der Ekstase und der Erkenntnis, für seine Entdeckung verantwortlich gewesen sein.


Trocknet man die Fliegenpilze in der Sonne oder im Backofen, wird aus der enthaltenen Ibotensäure und dem sich in der Säure bildenden Muscimol die psychoaktive Substanz, die für den Rausch sorgt.


Nicht nur die Germanen, auch andere Völker nutzen das Gift seit Jahrhunderten für Zeremonien oder Riten, beispielsweise um in gewissen Trance-Zuständen ihr Bewusstsein zu erweitern und mit ihren Ahnen zu kommunizieren.


Auch in der Popkultur spielt der Pilz eine ähnliche Rolle: Romanheldin Alice im Wunderland erlebt das Abenteuer ihres Lebens, nachdem sie von so einem Pilz genascht hat.


Vielleicht gibt es aber auch eine botanische Erklärung für den Glückspilz:

Pilzkenner sagen, dass allein die Sichtung eines Fliegenpilzes ein Glücksfall ist, da in seiner Nähe essbare Exemplare wie Steinpilze oder Rotkappen wachsen. Das könnte viele Menschen wiederum vor dem Hunger bewahrt haben. Fest steht jedoch: Einen Fliegenpilz tatsächlich essen solltest du nicht!


Efeu - das europäische URGESTEIN der Glücksbringerpflanzen

In keltischen und germanischen Legenden hatte er eine Beschützerfunktion und seine immergrüne Farbe symbolisiert ewiges Leben. Er prophezeit außerdem Stärke und Kraft für alle Lebenslagen.


Weil so manche Gottheiten mit einem Efeukranz um die Stirn dargestellt sind, sagt man ihm nach, dass er vor Kopfschmerzen schützen soll.

Vor allem der Gott des Weines, Dionysos und seinem weiblichen Gefolge, den Mänaden, werden mit einem Efeukranz dargestellt. Man mischte angeblich Efeublätter dem Rotwein zu, um in den "dionysischen Wahn" zu verfallen.


Ich frage mich nur, ob bei solch einer Berauschung ein Efeukranz alleine wirklich ausreichend war, gegen wahnsinnigen Kopfschmerzen 😉


Die dreizackigen Blätter des Efeus öffnen den Geist und man sagt, sie könnten zusammen mit anderen geisterweiternden Kräutern die Schwelle zur Anderswelt transparent machen.


Wenn Efeu Halt gefunden hat, kann ihn nichts mehr von seinem Partner trennen, deshalb wurde die immergrüne Pflanze zum Symbol der Treue und Unsterblichkeit.


Weiterer wichtiger GLÜCKS-Hinweis:

Wenn man Efeu verräuchert, verhindert man den Ausfall der Weinernte!


Die Mistel – GEHEIMNISVOLLER Glücksbringer

Manchen soll sie Superkräfte verleihen, anderen soll sie Glück bringen: die Mistel. Vor allem in der Weihnachtszeit und beim Druiden Miraculix taucht die Pflanze oft auf.

Denn eine Pflanze darf im Zaubertrank auf keinen Fall fehlen: die Mistel! So ist es zumindest in den Comic-Geschichten von Asterix und Obelix. Glaubt man dort dem Druiden Miraculix, dann sind Misteln eine sehr wichtige Zutat, um Superkräfte zu bekommen. In Wirklichkeit sieht das aber etwas anders aus.


Denn zumindest roh sind Misteln giftig. Ziemlich gut also, dass man an die Pflanzen gar nicht so leicht herankommt. Man müsste dafür ziemlich hoch klettern, denn Misteln wachsen in den Baumkronen. Man findet sie zum Beispiel auf Pappeln, Linden und Apfelbäumen. Gerade im Winter, wenn die Bäume kein Laub mehr tragen, kann man die kugelige Pflanze besonders gut sehen.


Doch warum wachsen die Pflanzen ausgerechnet dort oben?

Das hat mit ihrer Lebensweise zu tun. Misteln werden auch Halb-Schmarotzer genannt. Das bedeutet, sie futtern sich zum Teil bei anderen Pflanzen durch. Das geht so: Die Mistel bohrt sich mit ihren Wurzeln in den Baum und zapft dort die Leitungsbahnen an. So kann sie sich mit Wasser und Nährstoffen versorgen.

In der Regel schadet das dem Baum nicht. Es sei denn, er wird von zu vielen Misteln gleichzeitig angezapft. Dann kann das zum Problem werden. Daneben betreibt die Mistel aber selbst noch Photosynthese. Das heißt: Sie nimmt über ihre Blätter unter anderem Kohlenstoff-Dioxid aus der Luft auf und wandelt es in Sauerstoff und Zucker um. Wie giftig die Mistel ist, hängt übrigens davon ab, auf welchem Baum sie wächst. Viel Gift enthalten die Misteln zum Beispiel dann, wenn sie auf einer Linde wachsen.


Nicht nur in den Comics von Asterix und Obelix gilt die Mistel als Wundermittel. Sie wurde in früheren Zeiten auch von den echten Menschen für eine Zauberpflanze gehalten. Davon zeugen auch die vielen überlieferten volkstümlichen Namen wie "Bocksfutter“, "Drudennest“, "Donnerbesen“ oder "Hexenkraut“.


Man sprach ihr unter anderem die Kraft zu, vor Feuer und bösen Geistern zu schützen. Sie galt als Spender von Lebenskraft und vor allem als Glücksbringer. Als Räuchermittel soll sie Liebesenergien anziehen, negative Schwingungen vertreiben und vor allerlei Unheil schützen.

Heutzutage hängen sich viele Menschen in der Weihnachtszeit Misteln über die Tür: Denn wenn Verliebte unter einem Mistelzweig stehen und sich küssen, bringt das Glück - und sie bleiben für immer zusammen.


Rosmarin – das GLÜCKsgewürz

Bei uns ja eher nur als Gewürz bekannt, spielte der Rosmarin (im Süden auch Weihrauchkraut genannt) jedoch schon bei Zeremonien in der Antike, vor allem im Mittelmeerraum eine große Rolle: es wurden den jungen Bräuten Kränze geflochten, als Symbol der Liebe und des Todes.


In Ägypten wurden den Pharaonen Rosmarinzweige ins Grab gelegt, um ihre Reise ins Jenseits zu versüßen.


Im 13. Jahrhundert hingegen erzählte man von einem Duftwasser mit Rosmarin, das ein Einsiedler der Königin Elisabeth von Ungarn gewidmet haben soll. Dieses Rosmarin-Wasser sollte ihr ewige Schönheit bringen.


Einer weiteren Überlieferung nach wurde der Rosmarin im 16. Jahrhundert für die angebliche Heilung der Königin Isabella von Ungarn besonders geschätzt, die durch Gicht gelähmt war und durch den später nach ihr genannten "Aqua Reginae Hungariae“ (Rosmarinblütenwein) geheilt worden sein soll.


In jedem Fall jedoch nutzte man im Mittelalter die harzigen Zweige für die Luftreinigung in Krankenzimmern und trug die Pflanze während der Pest als Schutz mit sich. Diese Nutzung von Rosmarin passt gut zur heute belegten Wirkung der Inhaltsstoffe mit antimikrobakteriellen Eigenschaften.


Ebenso taucht Rosmarin immer wieder als GLÜCKsbringer in den Erzählungen auf, der die bösen Geister vertreiben sollte.


Mit all diesen GLÜCKspflanzen seid ihr nun gut gerüstet für 2021.


Und zwei Dinge wünsche ich euch für das Neue Jahr:


Alles und Nichts.

Alles was Dich glücklich macht und

nichts was Dich verzweifeln lässt!


Guten Rutsch,

Sabine von meinKraut

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